Zusammenfassung:
Europas Dilemma mit China: Die EU sieht sich einem zunehmenden Wettbewerb durch chinesische Exporteure gegenüber. Während Frankreich Handelsbarrieren befürwortet, setzt Deutschland auf Dialog, was zu Verwirrung in der EU-Strategie führt.
Neuer deutsch-französischer Vorschlag: Angesichts eines "zweiten chinesischen Schocks" haben Deutschland und Frankreich einen gemeinsamen Vorschlag an die EU-Kommission gesandt, um Brüssel weitreichende Befugnisse für schnelle Vergeltungsmaßnahmen gegen unverhältnismäßige Aktionen (implizit von China) zu ermöglichen.
Asymmetrischer Handel und Abhängigkeiten: Der Handel Europas mit China ist stark asymmetrisch geworden, mit einem jährlichen chinesischen Handelsüberschuss von rund 2 % des EU-BIP. Gleichzeitig ist Europa in kritischen Sektoren (z.B. Seltene Erden, pharmazeutische Vorprodukte) stark von chinesischen Lieferungen abhängig, was in Konfrontationszeiten gefährlich ist.
Wirtschaftliche "Zweitschlagwaffen" und ihre Grenzen: Es wird diskutiert, ob wirtschaftliche "Zweitschlagwaffen" wie die aggressivere Nutzung bestehender EU-Instrumente sinnvoll sind, um China von Exportbeschränkungen abzuhalten. Allerdings wird betont, dass die Schaffung glaubwürdiger Abschreckung eine mühsame Arbeit am Aufbau alternativer Lieferketten und der Stärkung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit erfordert, anstatt nur auf Zölle zu setzen.
Die Notwendigkeit der Diversifizierung: China würde europäische Drohungen ernster nehmen, wenn die EU ernsthafte Anstrengungen zur Diversifizierung ihrer Lieferketten unternähme, was mehr Freihandel mit rohstoffreichen Ländern und weniger Bürokratie für europäische Unternehmen bedeutet. Ohne alternative Bezugsquellen könnte China davon ausgehen, dass Europa in einem Handelskonflikt zuerst aufgeben müsste.