Zusammenfassung:
Russlands Kriegswirtschaft hat zwar Probleme und zeigt Anzeichen struktureller Erschöpfung, steht aber nicht kurz vor dem Zusammenbruch und Wladimir Putin ist nach wie vor in der Lage, seine Aggressionen zu finanzieren.
Russland hat westliche Sanktionen erfolgreich umgangen, indem es den Handel mit Ländern wie China und Indien ausgebaut und beträchtliche Finanzreserven in Streitkräfte, Infrastruktur und Sozialleistungen investiert hat.
Trotz einiger ungenauer offizieller Statistiken, die einen Rückgang andeuten, und gesunkenem Verbrauchervertrauen, weisen präzisere Indikatoren auf ein schleppendes Wachstum, aber keinen Einbruch hin. Die Arbeitslosenquote bleibt niedrig und die Reallöhne steigen weiter.
Die Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft ist maßgeblich auf massive Konjunkturprogramme zurückzuführen, insbesondere hohe Militärausgaben (7–8 % des BIP). Russland kann Finanzierungslücken durch Steuererhöhungen, Rücklagen oder inländischen Kredite decken.
Russland kann in diesem Jahr mit einem BIP-Wachstum von etwa 1 % rechnen, vergleichbar mit dem einiger westlicher Länder. Es wären deutlich radikalere Maßnahmen als die bisherigen Sanktionen erforderlich, um Putins Kriegswirtschaft zum Stillstand zu bringen.
VIDEOAUSSCHNITTE: 00:00-02:52 I Einleitender Kommentar von Gabriel Felbermayr bis inkl. Arbeitsmarkt