Zusammenfassung:
Stabilisierung und Erholung der Immobilienpreise: Trotz hoher Zinsen in den letzten Jahren haben sich die Immobilienpreise in vielen Industrieländern erholt oder sind sogar auf oder über das Vorkriegsniveau gestiegen, obwohl es regionale Schwankungen gibt.
Zinsentwicklung als Risikofaktor: Die aktuellen Renditen von Staatsanleihen beeinflussen die Hypothekenzinsen erheblich. Steigende Zinsen könnten langfristig den Immobilienmarkt schwächen, da die finanzielle Belastung der Haushalte zunimmt.
Veränderte Finanzierungssituation der Haushalte: Nach einer Phase hoher Ersparnisse während der Pandemie sind diese Reserven aufgebraucht, und die zunehmende Verbreitung variabel verzinster Hypotheken erhöht die Risiken für Käufer bei weiteren Zinssteigerungen.
3 Stützen des Immoblienmarktes:
Hypotheken: Viele Haushalte hatten sich in den Jahren 2022/23 mit festen Zinsbindungen (z.B. 30-jährige Festzinshypotheken in Amerika oder subventionierte Festzinskredite in Australien) gegen steigende Kreditkosten abgesichert. Heute wählen jedoch mehr Haushalte variable Zinssätze oder kürzere Festzinsperioden, was sie anfälliger für Zinsanstiege macht.
Haushaltsfinanzen (Bargeldreserven): Die großzügigen Corona-Hilfen führten zu "Überschuss"-Ersparnissen bei den Haushalten in Industrieländern, die genutzt werden konnten, um steigende Lebenshaltungskosten zu decken. Diese Überschuss-Ersparnisse sind mittlerweile größtenteils aufgebraucht.
Wohnungsangebot: Die Zinserhöhungen 2022/23 folgten auf eine lange Phase langsamer Bautätigkeit, was das Angebot begrenzt hielt. Obwohl die Bauraten in den letzten Jahren gestiegen sind und Bemühungen zur Lockerung von Bauvorschriften unternommen werden, bleibt das Angebot in vielen Ländern, verglichen mit der Nachfrage, weiterhin eine Stütze für die Preise.