Zusammenfassung:
Globale LNG-Knappheit als Auslöser: Die Unterbrechung der Flüssigerdgas-Lieferungen aus dem Golf, verursacht durch einen Angriff auf den Iran, hat weltweit zu einer akuten Energieknappheit geführt, die Länder zwingt, nach Alternativen zu suchen.
Kohle erlebt ein Comeback: Als direkte Folge der LNG-Knappheit wird Kohle, der schmutzigste Brennstoff, wieder vermehrt eingesetzt. Länder wie Japan und Südkorea heben Beschränkungen für ältere Kohlekraftwerke auf, und Bangladesch importiert mehr Kohle, was zu einem Preisanstieg von 25 % bei australischer Kohle geführt hat.
Asien als Epizentrum der Krise und Anpassung: Die aktuelle Energiekrise trifft Asien am härtesten. Im Gegensatz zu Europa in früheren Krisen verfügen Länder wie China und Indien über eigene große Kohleminen und stillgelegte Kohlekraftwerke, die schnell reaktiviert werden können, um den LNG-Engpass auszugleichen.
Mäßigere Preisreaktion durch Marktstruktur: Trotz des Wiederauflebens der Kohle ist der Preisanstieg nicht so dramatisch wie bei früheren Gaskrisen, da nur 17 % der weltweit geförderten Kohle grenzüberschreitend gehandelt werden und große asiatische Importeure über heimische Fördermöglichkeiten verfügen.
Kohle als Übergangslösung: Obwohl langfristig günstige und saubere erneuerbare Energien die dominante Rolle spielen sollen, wird Kohle als wichtige Energiequelle fungieren, solange die LNG-Lieferungen aus dem Golf unterbrochen bleiben, und der Kohlemarkt wird sich voraussichtlich weiter aufheizen.
Zusammenfassung:
Trumps Zölle und die erste Reaktion: Am "Tag der Befreiung" (2. April 2025) verhängte Donald Trump weitreichende Zölle, die den effektiven US-Zollsatz kurzzeitig auf über 20 % ansteigen ließen und die Investitionen sowie den Bau neuer Fabriken in Industrieländern bis 2025 um über ein Viertel zurückgehen ließen.
Unerwartete Stärkung des Welthandels: Trotz der hohen US-Zölle und der Drohung eines umfassenden Handelskrieges brach der Welthandel nicht zusammen; stattdessen wuchs er bis 2025 um fast 5 % und damit schneller als die Weltwirtschaft, da Trumps Zollmauer durchlässig war und rund die Hälfte aller Waren weiterhin zollfrei in die USA importiert wurde.
Verlagerung der Handelsströme statt Reduzierung des Volumens: Die Zölle führten primär zu einer Verschiebung der Bezugsquellen, anstatt das Handelsvolumen zu reduzieren. So gingen die direkten Importe aus China in die USA stark zurück, während Importe aus Ländern wie Thailand, Vietnam und Taiwan (insbesondere in den Bereichen Halbleiter und KI-verbundene Produkte) erheblich anstiegen.
Stärkere Kooperation und neue Abkommen der "Mittelmächte": Anstatt mit eigenen Zollmauern zu reagieren, öffneten sich viele Länder – sogenannte "Mittelmächte" wie Großbritannien, Kanada, die EU, Japan, Südkorea und die Schweiz – verstärkt für den Handel untereinander und schlossen zahlreiche neue bilaterale oder regionale Handelsabkommen ab, die über 400 Milliarden US-Dollar Handelsvolumen umfassen.
Entstehung einer neuen, dezentralisierten Handelsordnung: Während die USA Teile des alten multilateralen Handelssystems demontierten, schreiben andere Länder, insbesondere durch digitale Handelsabkommen und vertiefte Kooperation innerhalb bestehender Blöcke wie der EU oder der CPTPP, neue Regeln. Eine neue Handelsordnung entsteht, die von Koalitionen der Willigen geschaffen wird, aber weiterhin auf Offenheit und Regeln basiert, mit Amerika nicht mehr als alleinigem Architekten.
VIDEOAUSSCHNITTE ZUR ZINSENTSCHEIDUNG/-PROGNOSE 16:53 I Wie war die Meinungslage unter den EZB-Boardmitgliedern? Wie geht es weiter, kann der erste Zinsschritt schon im April 2026 sein?
21:58 I Was muss die EZB sehen bzw. welche Parameter sind relevant, um zu reagieren? 25:50 I Welche Szenarien gibt es? Teil 1: Ölpreise, Lieferkettenprobleme, Preisentwicklungen von Unternehmen, Nachfrageindikatoren, Lohnwachstum + daraus resultierende Zweitrundeneffekte Teil 2: 1) Adverse- + 2) Sevier-Szenario
27:23 I Wie unterscheidet sich das Szenario vom Energiekrisenszenario 2022? Gute Ausgangssituation (3x2% +Inflation war damals beim Schock bereits bei 6% + kein heißer Arbeitsmarkt), bessere Modelle, Strategieanpassungen, bessere Risikobetrachtung, besseres Verständnis vom Transmissionsmechanismus in Bezug auf Inflation