Zusammenfassung:
Rekordhohe Schulden bei steigenden Zinsen: Die Industrieländer sehen sich mit einer Staatsverschuldung von fast 110 % des BIP konfrontiert, während die Anleiherenditen auf den höchsten Stand seit über 15 Jahren gestiegen sind, was die Kreditkosten drastisch erhöht.
Massiv steigende Zinslast: Die jährlichen Zinszahlungen verschlingen bereits über 3 % des BIP in OECD-Ländern und fast 5 % in den USA. Bleiben die Kreditkosten auf dem aktuellen Niveau, könnten sich die jährlichen Zinszahlungen des US-Staates bis zum Ende des Jahrzehnts fast verdreifachen und 2,7 Billionen US-Dollar erreichen.
Veränderte Anlegerforderungen: Anleger fordern höhere Risikoprämien für langfristige Kredite, und der frühere "Komfortrendite", der US-Staatsanleihen besonders attraktiv machte, ist verschwunden. Dies, zusammen mit dem Rückzug traditioneller Käufer wie Zentralbanken und Pensionsfonds, macht die Staatsfinanzierung teurer.
Kurzfristige Verschuldung als Ausweg mit Risiken: Regierungen weichen auf kurzfristigere Anleihen aus, um die hohen Laufzeitprämien zu vermeiden. Dies führt jedoch dazu, dass ein großer Teil der Schulden (ein Drittel der OECD-Schulden bis 2028, fast die Hälfte bis 2030) früher fällig wird, was das Refinanzierungsrisiko in einem Umfeld steigender Zinsen erhöht.
Dringender Bedarf an fiskalischer Anpassung: Viele Länder, darunter Großbritannien, Italien, Frankreich und die USA, benötigen erhebliche Primärüberschüsse (bis zu 1,5 % des BIP), um ihre Schuldenquoten zu stabilisieren, liegen aber weit davon entfernt und verzeichnen hohe Primärdefizite, was eine schnelle Verschlechterung der Lage bedeutet.