Zusammenfassung:
Geänderte Wirtschaftslage: Die wirtschaftlichen Bedingungen in den USA haben sich seit der Ernennung von Kevin Warsh zum Vorsitzenden der Federal Reserve grundlegend geändert. Ursprünglich wurde er von Präsident Trump ernannt, um niedrigere Zinsen zu verfolgen, doch die Wirtschaft boomt nun mit einem starken Arbeitsmarkt und hohem BIP-Wachstum.
Ansteigende Inflation: Die jährliche Inflation ist im Mai auf 4,2 % gestiegen, den höchsten Wert seit drei Jahren, hauptsächlich bedingt durch höhere Ölpreise. Dies ist problematisch, da die Inflation das Ziel der US-Notenbank seit über fünf Jahren übersteigt und die Gefahr besteht, dass sich die Inflationserwartungen der Öffentlichkeit verfestigen.
Unglaubwürdige Argumente für Zinssenkungen: Warshs Argumente für niedrigere Zinsen, insbesondere dass künstliche Intelligenz einen Überfluss schaffen und die Inflation besiegen würde, wirken angesichts der Tatsache, dass KI-Euphorie und der Bau von Rechenzentren Konsum und Investitionen angekurbelt und möglicherweise die Inflation erhöht haben, unglaubwürdig.
Begrenzte Wirkung der Bilanzreduzierung: Warshs Idee, die Anleihebestände der Fed zu reduzieren (quantitative Straffung), um Spielraum für Zinssenkungen zu schaffen, wird als minimal wirksam eingeschätzt und würde die Renditen langfristiger Anleihen kaum beeinflussen.
Widerstand innerhalb der Fed: Etwa die Hälfte der stimmberechtigten Mitglieder der Fed stimmt Warshs Argumenten für Zinssenkungen nicht zu, was bedeutet, dass Zinssenkungen "definitiv vom Tisch" sind und die Zinsen im Laufe des Jahres eher steigen als sinken werden.
